Bosse - Menschen & Eisen in Bergslagen
Askersunds stad
Bei der Trehörning-Hochofenanlage, gleich außerhalb von Mariedamm, scheint die Zeit fast stillzustehen. Es knistert im Feuer neben der kleinen Kaffeestuga, der Duft von frisch Gebackenem liegt in der Luft, und jemand erzählt eine Geschichte, die einen dazu bringt, sich noch ein Weilchen hinzusetzen.
Einer von denen, die gern erzählen und ihre Heimat in- und auswendig kennen, ist Bo Hagefalk – oder „Bosse aus Mariedamm“.

Bosse hat den größten Teil seines Lebens hier verbracht. Er arbeitete als Vorschullehrer an der Dorfschule und fühlte sich gleichzeitig immer zur Geschichte hingezogen. „Ich mag es, in alten Erzählungen zu graben und zu sehen, wie alles zusammenhängt“, sagt er lächelnd. Und hier gibt es viel zu graben – im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Eisen, das die Gegend aufgebaut hat
Bei der Trehörning-Hochofenanlage steht ein Stück gut erhaltener Industriegeschichte. Bereits 1634 wurde sie von den Bergsmännern der Gegend erbaut – fünfzehn bis zwanzig Bauern, die sich zusammentaten, um Eisen herzustellen. Später übernahm der mächtige Louis De Geer den Hochofen. 1775 kaufte Johan Abraham Grill Mariedamm zusammen mit dem Trehörning-Hochofen. Er war Teilhaber der Ostindischen Kompanie und importierte alles – von Gewürzen über chinesisches Porzellan bis hin zu Stoffen. Er ließ den Hochofen renovieren und energieeffizienter machen. Sein Enkel Andreas Grill, ein Metallurg, verbesserte die Eisenqualität, indem er Erz aus Taberg in Småland holte und beimengte – ein beeindruckender Transport, der mit segelnden Lastkähnen über den Vättern verlief.

Heute ist der Trehörning-Hochofen Schwedens am besten erhaltene mulltimmerhytta, ein mit Erde isolierter Holz- und Steinbau. Mit seinem steinernen Fundament und dem hölzernen Überbau, gefüllt mit Erde zur Isolierung, erinnert er daran, wie geschickt man einst hochwertiges Eisen herzustellen wusste. Die Bezirksverwaltung kümmert sich um die Gebäude, während der Dorfverein das umliegende Gelände pflegt. „Es fühlt sich gut an, ein Teil davon zu sein“, sagt Bosse. „Es ist, als würde man sowohl eine Erinnerung als auch eine Identität bewahren.“
Der Englische Park und das Grill’sche Grab
Nicht weit vom Hochofen lag einst ein Englischer Park – eine Anlage, wie sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts bei Wohlhabenden beliebt wurde. Hier konnte man entlang angelegter Kanäle spazieren, über den Skeppsjön blicken und im Lusthaus verweilen, das einst hier stand. Heute ist der Großteil des Waldes abgeholzt, doch wer aufmerksam schaut, entdeckt Spuren: ein Steinfundament hier, eine alte Grenzkiefer dort.
Zwischen dem Dorf und dem Hochofen liegt außerdem das Grill’sche Grab, in dem Mitglieder der mächtigen Familie ihre letzte Ruhe gefunden haben. Ein stiller Ort, umgeben von Geschichte und den Wäldern, die Generationen kommen und gehen sahen.

Uralte Funde und Menschen
Die Gegend rund um Mariedamm birgt noch ältere Geschichten. In der Erde fand man die Mariedamm-Brakteate – ein kleines Goldamulett aus dem 4.–7. Jahrhundert, vermutlich als Schutzsymbol getragen. Vielleicht von einem Wanderer verloren, vielleicht nach einem Überfall zurückgelassen. Wer weiß?
Im Naturreservat Solberga, das man auf dem Mariedammleden passiert, steigt das Land auf 180 Meter über dem Meeresspiegel – eines der ersten Gebiete, das nach der Eiszeit aus dem Meer auftauchte. Hier waren Menschen unterwegs, solange sich jemand erinnern kann – und länger.

Die Mariedamm-Brakteate, die im Historischen Museum in Stockholm aufbewahrt wird. Foto: Ulf Bruxe, Historisches Museum.
Ein lebendiges Dorfleben
Doch Mariedamm ist nicht nur Geschichte – es ist auch ein lebendiges Gemeinwesen. Etwa 150 Menschen leben hier, und das meiste geschieht dank des Dorfvereins. Er pflegt die Wanderwege, betreut den Badeplatz, den Fußballplatz und die Stellplätze bei der Mariedammsgården. Im Sommer öffnet die Kaffestuga, in der Dorfbewohner Kaffee und Gebäck im Sonnenschein anbieten.

Mariedamms beliebter Badeplatz am See Skiren, gepflegt von den Dorfbewohnern.
Jedes Jahr wird außerdem der traditionelle Kohlemeiler entzündet – ganz wie früher. Es wird eine ganze Köhlerwoche mit Aktivitäten, Geschichten und natürlich Kolbullar, gebraten vom treuen Köhlerteam. „Es wird immer ein schöner Treffpunkt“, sagt Bosse. „Es ist, als würde das Dorf dann ein bisschen tiefer atmen.“

Der Kohlenmeiler 2025 trägt den Namen Maria. Der Meiler ist erloschen und wartet darauf, abgetragen zu werden. Die Holzkohle wird entnommen, in Säcke gefüllt und wird zur besten Grillkohle für gelungene Grillabende.

Die Köhlerhütte, schlicht in ihrer Gestaltung, wurde scherzhaft mit einer Satellitenschüssel geschmückt. Vielleicht hat sich so mancher Köhler während der langen Wächterstunden ein wenig Unterhaltung erträumt.
Persönliche Wurzeln und Zukunftsträume
Bosse selbst hat tiefe Wurzeln in der Region. Seine Großmutter wurde in einem kleinen Torp (Waldhof) hier geboren, und laut der Familiengeschichte entdeckten die Brüder ihrer Mutter eine Silberader in der Gegend. Eine alte silberne Schnupftabakdose mit einer Goldmünze im Deckel erinnert bis heute an den Fund.

Doch auch wenn Bosse oft zurückblickt, hat er viele Ideen für die Zukunft. Die Führungen an der Trehörning-Hochofenanlage könnten um Führungen im Englischen Park erweitert werden – zur Quelle, an der die Mägde Trinkwasser für die Herrschaft holten, zum Aussichtspunkt des einstigen Lusthauses und vorbei an der riesigen Kiefer.
Zusammen mit einigen Freunden hat Bosse auch ein altes Bahnwärterhaus vor dem Abriss gerettet. „Wir haben es Stück für Stück abgetragen“, erzählt er. „Eines Tages hoffen wir, es wieder beim Hochofen aufzubauen – als ein Stück lebendige Geschichte.“

Wenn Geschichte persönlich wird
Bosse erinnert sich besonders an eine Führung für nur zwei Personen – einen Vater und seinen zehnjährigen Sohn. „Der Junge hatte sich das als Geburtstagsgeschenk gewünscht“, sagt er lachend. „Er wusste schon unglaublich viel über die Eisenverarbeitung, sodass es fast so war, als würden wir voneinander lernen. Das ist es, was das Ganze so schön macht.“
In Mariedamm ist Geschichte nichts, das hinter Glas und Absperrungen liegt – sie lebt, wird erzählt und genutzt. Und so wie der Hochofen einst in der Nacht glühte, brennt auch heute noch ein Funke – für den Ort, für die Menschen und für die Geschichten, die sie geprägt haben.

Es gibt immer Zeit für ein kleines Dorfpläuschchen. Auch der Hund Mollie mag diesen Platz.

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